Pflicht des Mietverwalters zur Einholung von drei Vergleichsangeboten

In Wohnungseigentumsgemeinschaften kommt es nicht selten zu Diskussionen zwischen den Vermietern / Mietern auf der einen Seite und dem Hausverwalter auf der anderen Seite, ob der Verwalter verpflichtet ist, bei Arbeiten und Dienstleistungen am Haus mit einem höheren Auftragsvolumen vorab mehrere Angebote verschiedener Unternehmen einzuholen, um die Kosten gering zu halten.

Das Landgericht Frankfurt hat nun entschieden, dass der Wohnungseigentumsverwalter ab einem Auftragsvolumen von 3.000 Euro verpflichtet ist, vor der Erteilung eines Auftrages mindestens drei Vergleichsangebote einzuholen. In dem Prozess beim Landgericht Frankfurt ging es um Hausmeisterdienste und der Verwalter hatte hierzu zwei Angebote eingeholt, womit ein Eigentümer nicht einverstanden war.

Das Landgericht Frankfurt entschied, es entspreche der gefestigten Rechtsprechung, dass vor einer Auftragsvergabe mindestens drei Angebote von dem Verwalter eingeholt werden müssten. Nur so könnten die Eigentümer durch den Vergleich verschiedener Angebote zu einer fundierten Entscheidung kommen. Sofern diese Mindestanzahl an Angeboten fehle, entspreche dies keiner ordnungsgemäßer Verwaltung. Unerheblich sei hierbei übrigens in der Regel das Auftragsvolumen. Denn bereits ab zu erwartenden Kosten von circa 3.000 Euro seien die drei Angebote Pflicht.


Verfasser/in: RA Rolf Tombült
 
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