Alkohol an den Zügeln: Promillegrenze für Pferdekutscher

Ein Pferdekutscher war auf einer öffentlichen Straße im Emsland mit fast 2 Promille Alkohol im Blut unterwegs.

Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg musste entscheiden, ab wann ein Pferdekutscher absolut fahruntüchtig ist. Das Gericht setzte, anders als noch die Vorinstanz, das Landgericht Osnabrück, welches weder die 1,1-Promille-Grenze für Kraftfahrer noch die 1,6-Promille-Grenze für Fahrradfahrer einschlägig sah ("Eine Kutsche sei ja langsam unterwegs, da komme es nicht auf den Gleichgewichts-sinn an"), als Grenze 1,1 Promille fest, jenem Wert, ab dem eine Alkoholfahrt mit dem Auto automatisch als Straftat gilt und mit einer hohen Geldstrafe belegt wird (absolute Fahruntüchtigkeit).

Das OLG war zur Auffassung gelangt, Kutscher müssten im Straßenverkehr vielfältige Anforderungen erfüllen. Ein Pferd sei grundsätzlich zu keiner angemessenen Eigenreaktion fähig, sondern verlasse sich auf den Kutscher. Der Gespannführer müsse anders als ein Radfahrer jederzeit in der Lage sein, schnell zu reagieren. Für die Führung der Pferde sei außerdem seine Stimme sehr wichtig.


Verfasser/in: RA Rolf Tombült
 
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