Führerscheinentzug für Stalker ohne Störungen im Straßenverkehr

Psychotische Krankheitserscheinungen, die sich in massivem Stalking-Verhalten äußern, können, so das Verwaltungsgericht Münster in einer Entscheidung vom 08.07.2013 den Schluß rechtfertigen, daß die betreffende Person nicht mehr sicher ein Fahrzeug führen kann. Das kann selbst gelten, wenn keine akute schizophrene Psychose nachweisbar ist und ein medizinischer Gutachter zur Auffassung gelangt ist, das Stalkingverhalten sei bislang nicht mir Gefahren des Straßenverkehrs verbunden gewesen. Das Gericht führt an, daß das  Fahrerlaubnisrecht dem Bereich der Gefahrenabwehr zuzuordnen und nicht der Eintritt einer Störung abzuwarten sei. Könne aus dem Verhalten einer Person geschlossen werden, daß es nur eine Frage des  Zufalls oder der Zeit ist, ob oder bis das Stalking-Verhalten unter Zuhilfenahme eines Pkw ausgeübt werde und es dabei zu einer Störung des Straßenverkehrs komme, müsse wegen der besonderen Gefährdung, die von Kfz ausgehe, die Fahrerlaubnis entzogen werden.
 
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